Russisch Blau

Die Russisch Blau soll aus Archangelsk (Nordwestrussland) stammen. Der Geschichte zufolge soll diese Rasse im mittleren 19. Jahrhundert von Handelsleuten mit nach Europa gebracht worden sein, wo sie bereits im Jahre 1871 zusammen mit anderen blauen Rassen im Londoner Chrystal Palace auf Ausstellungen gezeigt wurde. Als eigene Rasse wurde die Russisch Blau, früher auch Spanisch Blau oder Malteserkatze genannt, erst im Jahre 1912 anerkannt. Einem einzelnen Züchter ist es zu verdanken, dass die Rasse im zweiten Weltkrieg nicht ausgestorben ist, wie das bei vielen anderen Katzenrassen in England geschehen ist.

Anfangs waren die Russisch Blau vom Körperbau her recht kräftig mit einem runden Kopf und orangefarbenen Augen. Später wurde die Rasse jedoch von skandinavischen Züchtern mit Siamesen eingekreuzt, was dazu führte, dass die heutigen Russisch Blau sehr schlank und zierlich sind. Der ganze Körper ist nicht mehr so gedrungen, sondern länger und von leichterem Knochenbau. Die Augen wurden durch den Einfluss der Siamesen grün. Die Russisch Blau ist sehr edel. Das kurze, doppelte Fell hat meist eine helle, silberblaue Farbe, die das Licht spiegelt. Der Kopf ist keilförmig und weist insgesamt sieben verschiedenen Flächen auf, die vom Stirnansatz bis zum Kinn genau unterteilt werden. Die Ohren stehen weit auseinander und haben einen tiefen Ansatz am Kopf. Auch die Augen stehen weit auseinander, sind grün und fast rund.

In den 60er Jahren gab es viele bösartige Russisch Blau, was wahrscheinlich auf ihr sehr scheues und schreckhaftes Wesen zurückzuführen ist. Später kamen Einflüsse der aus Schweden eingeführten Russisch Blau dazu, die den Tieren ein sanfteres Wesen verliehen. Heute sind Russisch Blau sehr sanft und anhänglich. Ihren Besitzern schließen sie sich sehr eng an und sind ausgesprochen treu. Da diese Tiere aber leicht erschrecken und mit Samthandschuhen angefasst werden wollen, sind sie für ein turbulentes Familienleben, wo viele Kinder zu Hause sind, eher ungeeignet.